Im Gespräch mit dem Winsener Anzeiger

14.05.2019

Vergangenen Samstag knapp zwei Wochen vor der anstehenden Bürgermeisterwahl stand André Wiese dem Winsener Anzeiger Rede und Antwort. Dabei sprach er u.a. über die heiße Phase, Winsens Wachstum und drei prioritäre Projekte nach einer möglichen Wiederwahl. 

Wie ist Ihr bisheriger Eindruck vom Wahlkampf in Winsen? Was steht in der heißen Phase an?

Vielen Winsenerinnen und Winsener interessieren sich dafür, wer zukünftig das Bürgermeisteramt ausüben darf, das ist ein gutes Zeichen. Als gewählter Bürgermeister habe ich mich bis Ostern bewusst darauf konzentriert, meine vielfältigen tagtäglichen Aufgaben bestmöglich zu erledigen. Jetzt sind wir der Phase des Wahlkampfes angekommen, in der ich intensiv dafür werbe, dass ich nochmal das Vertrauen der Winsener Wählerinnen und Wähler erhalte. Mit Veranstaltungen, mit Haustürgesprächen, also kurz mit ganz vielen persönlichen Kontakten bei unterschiedlichsten Gelegenheiten.


Winsen wächst und wächst. Wie kann man Grenzen setzen? Was sind die Gefahren des Wachstums?

Winsen ist wachsende Stadt, weil wir uns zu einem attraktiven Wohnort für alle Generationen entwickelt haben. Das kann und möchte ich nicht ändern. Ich stehe dabei für ein ortsangepasstes Wachstum, das nicht alles über Bord wirft, was unsere Stadt und ihre Ortsteile prägt. Deshalb müssen neue Baugebiete zur Nachbarschaft passen und Eigentümer von stadt- und ortsbildprägenden Gebäuden weiterhin beim Erhalt dieser wichtigen Strukturen unterstützt werden.


Mit Blick auf das Wachstum? Wie führt Alt- und Neubürger zusammen?

Dafür ist die Kraft der persönlichen Kontakte entscheidend, über Nachbarschaften oder auch gemeinsame Interessen, deshalb liegt mir eine funktionierende Vereinslandschaft sehr am Herzen. Hier wachsen Verbindungen, die für das Miteinander in Stadt und Ortsteilen unverzichtbar sind. Mir war es deshalb wichtig, eine verlässliche Zusammenarbeit mit Sportvereinen, Kulturinitiativen, sozialen Institutionen und Freiwilligen Feuerwehren zu etablieren. Das ist gelungen. Ergänzend möchte ich gern zu den bestehenden Angeboten zum Beispiel des städtischen Familienbüros weitere niedrigschwellige Angebote etablieren, damit Alt- und Neubürger möglichst oft im Gespräch sind, zum Beispiel mit einem Haus der Vereine in der Innenstadt.


Was wird für die digitale Zukunft getan? Muss die Stadt dafür selbst Internet-Anschlüsse schaffen?

Der Megatrend Digitalisierung verändert jetzt schon unser tägliches Leben. Dort, wo wir rechtlich handeln dürfen für schnelles Internet tun wir das gemeinsam mit dem Landkreis. Ich möchte die Digitalisierung dafür nutzen, verstärkt Verwaltungsdienstleistungen auch online anzubieten und gemeinsam mit starken Partnern wie den Winsener Stadtwerken am Zukunftsmodell der digitalen Stadt arbeiten, ein Beispiel ist die Winsen App Winsen4you, die Ende des Monats an den Start geht.


Was kann für die Belebung der Innenstadt getan werden? Braucht es größere Einzelhändler als Kundenmagneten?

Winsen hat mit dem historischen Ensemble rund um Schloss, Marstall und Kirche mitten in der Stadt eine Prägung, um die uns viele Städte beneiden. Mit dem Zukunftskonzept Winsen 2030 werden wir die „gute Stube“ unserer Stadt lebendiger und attraktiver gestalten. Der Einzelhandel verändert sich, wir brauchen ihn aber auch weiterhin in unserer Innenstadt als eine Säule des städtischen Lebens. Deshalb möchte ich die enge Zusammenarbeit beibehalten und mit unserer Wirtschaftsförderung dafür sorgen, dass sich neue Betriebe ansiedeln, die das Angebot in der Stadt bereichern.


Für den Fall der Wiederwahl: Welche drei Projekte haben für Sie Priorität?

Ich möchte eine Investitionsoffensive für Bildung und ehrenamtliche Infrastruktur voranbringen, damit sich alle Generationen weiterhin wohlfühlen. Hierzu gehören eine Reihe von Investitionsvorhaben in Stadt und Ortsteilen. Für unsere örtlichen klein- und mittelständischen Betriebe brauchen wir Gewerbeflächen, in denen wir dann auch Luft haben, neue Konzepte für Gründer und verschiedenste Betriebsideen auszuprobieren. Und die Winsener Jugend, aber nicht nur die, würde sich sicher über ein Naturbad im Eckermannpark freuen.